6. läuferleben
hier werde ich laufend ein paar geschichten veröffentlichen, die wohl jeder läufer kennt.
themenliste (es dürfen gerne vorschläge gemacht werden zu denen ich mich dann hier gern äußern werden):
- wie fühlt man sich nach einem marathon?
man ist glücklich diese strecke bewältigt zu haben. aber die stunden und tage nach dem rennen sind einfach ein wenig anders… aber seht selbst: die tage nach einem marathon
- trainingsplan
ich habe derzeit keinen festen trainingsplan. d.h. ich laufe allein nach einem plan in meinem kopf. ich bin im übrigen auch kein großer fan von umfangreichen trainingsplänen. gerade in einer marathon-vorbereitung ist es oft schwer einen detailierten plan einzuhalten. zu unterschiedlich fühlt man sich von tag zu tag. d.h. es gibt tage an denen ich einen langen lauf machen kann und dann gibt es tage an denen ich mich über 10 km quäle.
ich höre beim loslaufen auf meinen körper und entscheide dann oftmals was genau gemacht wird. jetzt wird der ein oder andere evtl. sagen, dass der termin des laufes feststeht und ich dann auch laufen “muss”, da kann ich aber noch eine anmerkung loswerden. mein körper nimmt sich in der woche vorm marathon sehr stark zurück. d.h. ich kann nicht einmal 5 km laufen. ich erkläre es so, dass sich der körper innerlich schon einmal auf den marathon vorbereitet und alle kräfte bündelt.
es hört sich bisweilen etwas kurios an, aber am marathonmorgen bin ich fit und mein körper strotzt vor power.
- an was denkt man während eines marathons?/ welche phasen durchlebt man?
diese fragen bekommt man oft gestellt. dazu kann ich nur folgendes sagen: ich beschäftige mich nicht mit anderen läufern und deren form. ich denke nur an mich, meine ernähung und die nächsten kilometer. dabei läuft es bis kilometer 15 recht ruhig. es findet ein “einrollen” statt und ich bin darauf bedacht sehr kraftsparend zu laufen. danach beginnt für mich der lauf und ich bewege mich auf die halbmarathonmarke zu. spätesten an dieser marke bin ich “voll im rennen” und laufe am limit. d.h. der kopf schaltet langsam ab und die beine laufen weiter. jetzt werden die kilometerschilder zum mittelpunkt des rennens. d.h. jedes schild wird “gesucht” und es folgt am schild der obligatorische griff an die uhr. ein abstoppen des kilometers gibt mir schnell eine info darüber was die zeiten machen. oftmals werden die kilometerzeiten am ende hin schlechter bei mir (aber daran arbeite ich). und der kopf ist ständig am rechnen inwiefern das gesetzte ziel noch erreichbar ist.
die zuschauer nimmt man in einem solchen rennen auch noch wahr. gerade in hamburg ist es an der strecke einmalig. dicht gedrängt bilden sie schmale gassen durch die ich oftmals allein hindurchlaufe. ein tolles gefühl. und dann denke ich nur noch an den nächsten kilometer und versuche mein tempo zu halten. und irgendwann freut man sich auf das ziel. auf die massage, auf das essen, auf die getränke und darauf einfach mal auf dem boden zu sitzen und den beinen eine pause zu gönnen.
- “es gibt tage…”
- der natürliche feind jedes läufers
ich bezeichne als natürlichen feind immer die radfahrenden mitmenschen. jedoch nicht im sinne von gefahr für leben und gesundheit, sondern als gefahr der geplanten laufeinheit. gerade wenn ich meine laufeinheiten auf asphalt oder am kanal absolviere treffe ich immer wieder auf diese “gefahr”. oftmals schlagen diese radfahrenden mitmenschen ein tempo an, welches mich ständig dazu veranlaßt, dieses tempo mitzugehen und dann zu übertreffen. es fällt schwer diesen “gegner” ziehen zu lassen.
die meisten radfahrer ergeben sich irgendwann, denn ein tempo um die ca. 18 km/h ist oftmals nicht mehr als gemütliche “kaffeefahrt” zu sehen. gefährlich sind jedoch radfahrer des typs “dem jogger zeig ich es”. die treiben mich in den wahnsinn und meine laktatwerte in die höhe.
da ich jedoch nicht wahnsinnig viele wettkämpfe absolviere bin ich dennoch ab und zu froh um diese “rennen”.
- “warum das ganze…”
- macht das spass?